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Karin Foley
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MY STORY von Karin Foley

So weit ich mich erinnern kann, war meine Kindheit und Jugendzeit von Scham geprägt. Ich schämte mich dafür bestimmte Worte auszusprechen, über gewissen Dinge (vor allem Sexualität und über Körper) zu reden oder aber auch nur jemand anderen auf einen Krümel auf dessen Pullover hinzuweisen. Mein ganzes Sein war mit Scham besetzt. Das Tragische daran war, dass ich das Gefühl hatte, ich sei einfach so komisch, anders, irgendwie unpassend und das Problem läge an mir.

Ich konnte mich schon an Dinge aus der Kindheit erinnern, die fehl gelaufen waren. Es gab Erlebnisse mit Burschen, die gerade ein wenig älter waren als ich, in denen sie mich für ihre sexuellen Spiele verwendeten. Jedoch erkannte ich die Tragweite der Auswirkungen auf mein Leben nicht. Aber etwas in mir war unruhig, unzufrieden und höchst verunsichert. So kam es, dass ich trotz großer Zweifel (ob ich da überhaupt hin gehöre) an einem befreit leben Kurs teilnahm.

Der erste Abend, an dem ich zum ersten Mal eine ausführliche Definition von sexuellem Missbrauch hörte, ist mir immer noch bleibend im Gedächtnis. Ich fand mich so hundertprozentig in der Definition wieder, dass mir dabei fast übel wurde. Ja, etwas war mit mir geschehen. Andere hatten sich tatsächlich an mir vergriffen, hatten sich Freiheiten heraus genommen, die ihnen nicht zustanden. Ich war für die Lust anderer benutzt worden, mehrmals und wiederholt. Aber es war nicht meine Schuld. Ich hatte nichts getan, dass dieses Verhalten in anderen provoziert hätte.

Die Folgen des Missbrauchs für mein Leben waren verheerend - ein total verdrehtes Körperbild, Essstörungen, Depressionen und die Unfähigkeit Beziehungen zu leben. Vor allem mit Männern hatte ich meine Probleme. Ich sehnte mich nach Nähe, Anerkennung, wollte geliebt und gehalten werden. Doch immer dann, wenn sich jemand für mich wirklich interessierte und eine Beziehung begann, war mir die Nähe unerträglich, und ich begann unbewusst die Beziehung zu boykottieren. Dieses Muster erkannte ich erst durch befreit leben, nachdem ich etliche zerbrochene Freundschaften hinter mir, Leid erfahren und anderen zugefügt hatte.

Was habe ich durch befreit leben gelernt?
Das es gut ist wie Gott mich geschaffen hat. Ich habe durch die anderen Teilnehmerinnen Würde erfahren und Anteilnahme an meinem Schmerz. In den Tränen anderer sah ich, dass es schlimm war, was mir passiert ist, und dass ich ein Recht auf meinen Schmerz habe. Und ich durfte erfahren, dass es Hoffnung für mich gibt. In kleinen Schritten bekam ich ein gesundes Körperbild, lernte meine Scham abzulegen und mich mit Gottes Augen zu sehen. Es gab Heilung und Wachstum in vielen Bereichen meines Lebens. Heute bin ich unendlich dankbar, einen befreit leben Kurs besucht zu haben, es hat mein Beziehungsleben gerettet - zu mir selbst, zu anderen und zu Gott.

Karin Foley